Soll man den Casino Bonus annehmen oder nicht?

„Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ ist ein Sprichwort, dass man in Österreich oft zu hören bekommt. Da sind wir aber anderer Meinung. Vor allem wenn es um Bonusgeld oder andere Vergünstigungen von einem online Casino geht. Denn natürlich hat ein Casino, als profitorientiertes Unternehmen, einen Hintergedanken wenn es einem Spieler einen Bonus gibt.

Dabei haben auch die Casinos viel lernen müssen, denn Anfangs gab es durchaus noch Wege mittels „Bonusjagd“ sehr lukrativ zu spielen und den Vorteil des Casinos auszuhebeln.

Was ist mit Bonus gemeint?

Es gibt viele Formen von Bonusgeld. Der bekannteste Bonus ist der Willkommensbonus, der meist ein Einzahlungsbonus ist: das bedeutet, dass man beispielsweise auf eine Einzahlung von 200 Euro 100 Prozent Bonus bekommt – in diesem Fall werden dem Spieler am Konto 400 Euro gutgeschrieben – 200 Euro vom eigenen Geld und 200 Euro Bonusgeld. Das ist nicht immer klar ersichtlich – sollte aber für spätere Überlegungen im Hinterkopf abgespeichert werden. Nach diesem Prinzip funktionieren alle Einzahlungsboni – einbezahlte Summe mal Multiplikator (100% ist 1, 50% 0,5) ergibt den Bonusbetrag.

Dann gibt es aber auch Bonus-Gelder ohne Einzahlung. Die kann man für besondere Leistungen erhalten oder das Casino vergibt diese auch einfach so, um etwa neue Spiele auszuprobieren. Und eine dritte beliebte Bonusform sind Casino Freispiele: auch diese sind nämlich, verdeckte, Bonuszahlungen: der Spieler bekommt ein paar Freispiele und die erzielten Gewinne werden dann, normalerweise, wie Bonusgeld behandelt.

Das Kleingedruckte entscheidet- die Bonusbedingungen

So weit so gut – Gratis Geld ist eine feine Sache. Aber es gibt da einige Hürden die man beachten sollte. Diese sind in den Bonusbedingungen angegeben. Prinzipiell sollte man, vor man einen Online Casino Bonus in Anspruch nimmt, immer die Bonusbedingungen anschauen – denn sonst nimmt man vielleicht etwas in Anspruch, was gar nicht zum Vorteil des Spielers ist. Bevor man diese Entscheidung treffen kann, sollte man sich aber besonders folgende Punkte anschauen.

  • Der Mindestumsatz ist die Geldsumme um die man spielen muss, um das Bonusgeld „freizuspielen“ – also zu regulärem Geld zu machen. Hier gibt es besonders einen wichtigen Punkt: wird nur das Bonusgeld gezählt, oder auch die Einzahlungssumme. Bei einem 100 Prozent Bonus kann das nämlich viel ausmachen. Ein Beispiel: der Spieler bekommt einen Einzahlungsbonus von 100 Prozent und zahlt 100 Euro. Beim ersten Bonus muss er das Geld 45 Mal umsetzen, dabei wird nur das Bonusgeld gezählt. Beim zweiten Mal muss Bonusgeld und eingezahltes Geld „nur“ 25 Mal umgesetzt werden. Da klingt zwar das zweite Angebote beim ersten Blick weit besser, ist es aber nicht. Denn 200 mal 25 ergibt 5000 Euro Mindestumsatz, während man bei Fall eins nur 4500 Euro Umsatz erzielen muss.fragezeichen
  • Einschränkungen bei der Spielauswahl sind beim Mindestumsatz gang und gebe. Und ein richtiges Knockout Kriterium. Denn es gibt Spiele die zu 100 Prozent (normalerweise ist das bei den Spielautomaten immer der Fall) zu 50, 20, nur 10 oder 5 Prozent oder gar nicht beim Mindestumsatz angerechnet werden. Und hier bekommt man dann einiges aufgebürdet. Wenn man beispielsweise Blackjack Experte ist und hier den obengenannten Bonus mit 4500 Euro Mindestumsatz freispielen will, aber die Blackjack Umsätze nur mit 10 Prozent gelten, dann heißt das, das man 45.000 Euro umsetzen muss, ehe einem das Geld gehört: da spielt man dann ziemlich lange. Mit dieser Regelung reagiert das Casino natürlich auf die besseren Chancen die ein guter Blackjack Spieler hat – es ist also auch mit dieser Summe möglich den Umsatz zu schaffen und am Ende Geld zu kassieren, aber es ist schwieriger. Ein Spiel das komplett ausgeschlossen ist, geht dahingehend gar nicht.
  • Wichtig ist es auch darauf zu achten, wie lange man Zeit hat den Bonus freizuspielen: denn wenn man einen großen Mindestumsatz in kurzer Zeit schaffen sollte, aber eigentlich gar keine Zeit hat, dann ist es besser, den Bonus nicht anzunehmen.
  • Außerdem findet man auch Hinweise darauf, wie der Bonus behandelt wird. Da gibt es zwei Denkschulen: bei der einen wird das Bonusgeld und das eigene Geld gleich behandelt – ab dem ersten Spiel wird also der Bonus freigespielt. Hier bekommt man eine Auszahlung vor dem Abschluss des Mindestumsatzes nur schwer. Bei der anderen Denkschule spielt man erst immer mit dem eigenen Geld. Das Bonusgeld liegt am Konto und ist getrennt. Es wird erst aktiviert, wenn das eigene Geld verspielt ist – erst dann beginnt man auch den Bonus freizuspielen. Solange man den Bonus nicht angegriffen hat, geht hier eine Auszahlung in der Regel sehr leicht, denn das Bonusgeld wird dann einfach abgezogen.

Die Bonusbedingungen nicht zu beachten kann schwerwiegende Konsequenzen haben, auch diese werden meist in den Bedingungen angeführt.

  • Keine Auszahlung: solange man den Bonus freispielt ist eine Auszahlung meist nicht möglich. Erst wenn das erfolgt ist, geht das.
  • Gewinne gehen verloren: manche Casinos gehen sogar noch weiter – wer während der Bonus-Freispiel-Zeit unerlaubte Spiele spielt, der riskiert seine erzielten Gewinne zu verlieren. Das ist eine sehr schlechte Regelung für den Spieler, vor allem, wenn Spiele dabei sind, die man gerne spielt.
  • Keine Treuepunkte: oft „steht“ auch das Treuepunkte-Programm während man Boni freispielt. Deshalb kann es, gerade bei kleinen Bonis (10 oder 20 Prozent) oft lukrativer sein den Bonus zu vermeiden und lieber Treuepunkte zu sammeln.

Bonus annehmen – ja oder nein?

Es sind also sehr viele Faktoren, die darüber entscheiden, ob ein Bonus auch wirklich ein gutes Geschäft für den Spieler ist. Spielautomatenspieler haben da meist weniger Probleme und können in der Regel einen Bonus immer annehmen. Aber wer sich auf Roulette oder Blackjack spezialisiert hat, der sollte da weit genauer hinschauen. Und auch andere Faktoren wie etwa die Zeit des Spieler, ob man das Geld bald auszahlen will, oder auch warten kann sind entscheidend.

Wichtig ist es jedenfalls immer genau auf die Regeln zu achten. Und im Zweifel auch Kontakt mit dem Kundendienst des Online Casinos aufzunehmen und sich schwer zu verstehende Bedingungen erklären zu lassen. Oft muss man sich an den Service ja sowieso wenden, wenn man auf den Bonus verzichten möchte – denn viele Casinos schreiben ja Boni automatisch und ohne weitere Rücksprache mit dem Spieler gut.

Meistens sind aber Bonus-Angebote, trotz aller Fallstricke, eine feine Sache. In einem Casino in dem man viel spielt, sind sie nämlich ein Mittel um sie als treuen Kunden bei der Stange zu halten und kein Casino will Spieler mit unfairen Bonus-Regeln vertreiben – immerhin geht es nicht nur um den Spieler, sondern auch um alle Spieler denen der Betroffene davon erzählt. Aus diesem Grund gibt es oft auch auf die Spielerbedürfnisse maßgeschneiderte Angebote, sobald man mal etwas länger in einem Casino spielt.